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Stichworte aus Farben und eine Begegnung mit dem Selbst - „Kunst im Krankenhaus“ zeigt die „Innere Sicht“ der finnischen Malerin Riitta Soini

„Nur wenn ich mich in das Unbekannte hinein begebe, kann die schöpferische Erfahrung beginnen.“ So kommentiert Riitta Soini, Künstlerin und Kunsttherapeutin, ihre aktuelle Ausstellung im St. Vincenz-Krankenhaus Limburg. „In der Kunst muss man sich selbst überraschen“, zitiert sie die expressionistische Malerin Ellen Thesleff, die als eine der führenden Repräsentantin der finnischen Moderne gilt. Die Überraschung scheint auch Riitta Soini gelungen zu sein – eines der ausgestellten Werke heißt jedenfalls „die Erinnerung kehrt zurück“. Und überrascht, fast ein wenig skeptisch scheinen ihr auch die verschiedenen Porträts zu begegnen, die sie in Acryl auf Leinwand gebannt hat.

Begegnung mit dem Selbst: Riitta Soini mustert eine Porträtzeichnung in Acryl.

„Ich nutze beim Malen meine inneren und äußeren Erfahrungen, alles was sich durch das Bewusstsein bewegt“, sagt Riitta Soini. „Das schöpferische Tun während des Malens zentriert ganz ins Hier und Jetzt. Das ermöglicht im kreativen Prozess den unmittelbaren, individuellen Ausdruck, die Begegnung mit dem Selbst. Ich schaue, nehme wahr und bin.“ So ist der Titel der Ausstellung Programm: „Innere Sicht“. In den verschiedenen ausgestellten Perspektiven und Motiven ist die Farbe durchgängiges Thema – sowohl bei den Landschaftsbildern, als auch den Portraits und den abstrakten Werken. „Meine Bilder entstehen auf der Leinwand. Sie sind keine Abbildungen äußerer Gegenständlichkeit sondern Ausdruck innerer Bilder. Sie sind wie Stichworte aus Farben, die zu neuen inneren Bildern inspirieren können.“ 
Dies geschieht sicher auch bei vielen Patienten, dessen sind sich die Verantwortlichen der Reihe „Kunst im Krankenhaus“ sicher. Sie verstehen die Kunst im St. Vincenz-Foyer nicht als schmückendes Beiwerk, sondern als Konzept mit Hintergrund: Im Vorübergehen einen schönen Augenblick lang Kunst zu erleben, an etwas Anderes zu denken als an Krankheit, kann manchmal sogar ein therapeutisches Konzept sein. Zumindest ist es eine unaufdringlich-sensible Motivation, auch während der Zeit des Klinikaufenthaltes die Welt nicht aus den Augen zu verlieren, das Leben nicht allein auf Krankheit zu reduzieren.  
In dieses Konzept fügt sich Riitta Soini mit ihren Werken perfekt ein. Soini ist nach einem Studium der Malerei seit 1984 als freischaffende Malerin mit nationalen und internationalen Ausstellungen tätig, sie lebt und arbeitet in Wiesbaden. Seit 2012 arbeitet sie als Kunsttherapeutin: „Durch die Kunsttherapie werden heilende und gesund erhaltende Kräfte mobilisiert. Sie ist als  Erweiterung und Ergänzung zu medikamentösen, pflege- und physiotherapeutischen Therapien zu sehen“, sagt Soini.
Die Ausstellung „Innere Sicht“ ist noch bis zum 20. Oktober 2019 rund um die Uhr im Foyer des St. Vincenz-Krankenhauses zu sehen.