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St. Vincenz-Krankenhaus setzt auf digitale Patientenkurve: Höhere Behandlungsqualität und Verbesserung der Patientensicherheit verbunden mit Arbeitserleichterungen für Mitarbeiter:innen

Sie ist die zentrale Schaltstelle des Behandlungsteams für Informationen über die/den Patient:in, dennoch ist ihre Handhabung häufig umständlich und unübersichtlich: die sogenannte Patientenkurve. Auf ihr werden, meist handschriftlich, die wichtigsten Daten der/des Patient:in festgehalten. Im St. Vincenz-Krankenhaus Limburg gehört diese Art der Dokumentation in sieben Abteilungen und absehbar komplett klinikweit der Vergangenheit an: Was bisher händisch auf Papier festgehalten wurde, wird nun digital erfasst, in der digitalen Patientenkurve. Bis April nächsten Jahres soll sie in allen Fachbereichen des Hauses eingesetzt werden.

Bis Mitte nächsten Jahres soll sie in allen Fachabteilungen im St. Vincenz-Krankenhaus Limburg eingesetzt werden: die digitale Patientenkurve.

Bereits mit der Eröffnung der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin vor vier Jahren wurde dort die traditionelle Patientenakte aus Papier durch ihre digitale Nachfolgerin abgelöst. Pflegeberichte, Arztbriefe und vieles mehr existieren nunmehr gesammelt an einem (digitalen) Ort – von berechtigten Personen an verschiedenen Geräten jederzeit und zeitgleich einsehbar. Ein klarer Vorteil gegenüber der Papierversion: denn von dieser existierte pro Patient nur ein Exemplar, so dass Ärzt:innen und Pfleger:innen neue Informationen nicht parallel eintragen konnten. Ihnen blieb dann oft nichts anders übrig, als Notizzettel anzulegen und die Informationen später zu übertragen. Mussten dann auch noch Behandlungsdaten aus anderen Bereichen ergänzt werden, wurde das Ganze schnell unübersichtlich und schwer zu handhaben.

Seit einigen Monaten wird die digitale Patientenkurve auf weiteren Stationen des St. Vincenz etabliert. Im Rahmen dieses Projekts werden zusätzlich zur Software 120 neue Visiten- und Pflegewägen angeschafft, in denen PCs mit großen Monitoren verbaut sind. Neben der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin arbeiten die Gefäßchirurgie, die Nephrologie, die Onkologie und Palliativmedizin sowie die Gastroenterologie und Diabetologie bereits papierlos. Aktuell wird in der Kardiologie auf die digitale Dokumentation umgestellt.

Vorteile bietet die digitale Patientenkurve sowohl für das pflegerische als auch das ärztliche Personal sowie für Patient:innen. So steigt Erfahrungsberichten anderer Kliniken zufolge nachweislich die Qualität der Behandlung, da alle Informationen strukturiert und gut nachvollziehbar dokumentiert vorliegen. Die Dokumentation selbst ist effizienter, Ärzt:innen und Pflegepersonal sparen Zeit und Aufwand, Fehler durch Doppeleintragungen werden vermieden.                            

Die Umstellung auf die digitale Dokumentation ist ein Mammutprojekt, das von einem interdisziplinären Team aus den Bereichen IT, Pflegedirektion und Medizincontrolling, federführend betreut und vorangetrieben wird. Bevor die digitale Patientenkurve in einer Fachabteilung „live“ geht, werden in einem Kick-off Meeting mit der/dem jeweiligen Chefärztin/-arzt bzw. einem von ihr/ihm benannten Ansprechpartner ärztlicherseits sowie der Stationsleitung grundsätzliche Anforderungen an das Programm besprochen. Müssen Anpassungen für die jeweilige Fachabteilung programmiert werden? Gibt es abteilungsspezifische Formulare, die digital in die Patientenkurve eingepflegt werden müssen? Nachdem diese Fragen geklärt worden sind, werden in einem nächsten Schritt Software-Schulungen für Ärzt:innen und Pflegekräfte durchgeführt. Am ersten Tag des Echtbetriebs der digitalen Patientenkurve auf Station steht für den ersten Patienten, der dort digital aufgenommen wird, ein wahres Empfangskomitee bereit: die Mitglieder der Arbeitsgruppe, die/der Chefärztin/-arzt der Abteilung und eine Vertreterin des Softwareanbieters beantworten Fragen während des ersten Einsatzes der Software auf Station. Auch in den ersten Tagen nach der Umstellung begleiten Ansprechpartner:innen der IT die Visiten, um bei Fragen direkt unterstützen zu können.

Auch wenn die digitale Patientenkurve krankenhausintern möglichst standardisiert eingesetzt werden soll, eine „One size fits all“- Lösung für alle Abteilungen gibt es nicht. Die krankenhausweite Einführung der digitalen Patientenkurve  ist Arbeit am lebenden Objekt: Um den Anforderungen und Bedürfnissen der einzelnen Fachabteilungen gerecht zu werden, besuchen Verantwortliche der hauseigenen IT-Abteilung regelmäßig die Stationen für eine Manöverkritik. Probleme werden offen angesprochen und die Software anschließend so angepasst, sodass sie für Ärzt:innen und Pflegepersonal immer nutzerfreundlicher wird.