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Mammutaufgabe und wichtiger Mosaikstein im Versorgungsspektrum für die Region: Offizielle Amtseinführung von PD Dr. Steffen Alexander Wedel als Chefarzt der Urologie

Braucht die Region eine Hauptabteilung Urologie? Eine Frage, die im Rahmen der offiziellen Amtseinführung von Chefarzt PD Dr. Alexander Wedel jetzt im St. Vincenz eindeutig beantwortet werden konnte: Mit bisher 1200 urologischen Patienten in der Notaufnahme und 900 stationären Patienten sprechen die Zahlen eine klare Sprache. „Wir werden geradezu überschwänglich angenommen“, so Chefarzt Dr. Wedel. „Wir spüren die Verantwortung und erhalten Dankbarkeit.“ Sein persönlicher Dank galt insbesondere seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und explicit seinem Oberarzt Dr. Amgad Ahmed Ehsan für ihr Engagement der letzten sieben Monate.

Viele gute Wünsche zum Amtsantritt - hier von Geschäftsführer Guido Wernert.

Sichert im Namen der Chefarztkollegen alle Unterstützung zu: der gerade berufene neue Ärztliche Direktor, PD Dr. Michael Fries.

Skizzierte zentrale Eckdaten des Lebenslaufs des neuen Chefarztes sowie Essentials der Medizinethik: Laudator Prof. Dr. Ralf Bickeböller.

Seit Mai wird die Urologie am St. Vincenz als Haupt- und nicht mehr als Belegabteilung betrieben – eine Mammutaufgabe, wie auch der neue Ärztliche Direktor des St. Vincenz, Chefarzt PD Dr. Michael Fries, konstatierte. Ungeachtet dessen sei es eine absolut lohnende Aufgabe, dieses Angebot 365 Tage im Jahr sieben Tage die Woche rund um die Uhr vorzuhalten. Hierfür brauche man Weitsicht, Fleiß, Ausdauer und ein gutes Team, so Fries. Im Namen seiner Chefarztkollegen sicherte der gerade berufene Ärztliche Direktor PD Dr. Wedel zu, ihm nach Kräften zur Seite zu stehen, damit das Projekt gelingen möge.
Martin Richard erläuterte als stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates, warum das Gremium diese der aktuellen Entwicklung im Krankenhauswesen geradezu gegenläufige Entscheidung getroffen habe: „Wir fühlen uns verpflichtet, für die Menschen unserer Region noch mehr Qualität in der  medizinischen  Versorgung sicherzustellen.“ Auch er beantwortete die Frage nach der Notwendigkeit einer urologischen Hauptabteilung glasklar: „Die Menschen brauchen diese Versorgung direkt vor Ort und nicht erst in einer Stunde Anfahrtszeit.“ So seien urologische Patienten nun nicht mehr darauf angewiesen, im Notfall in die Zentren des Rhein-Main-Gebiets fahren zu müssen. Mit dem Start der neuen Klinik könne das St. Vincenz das gesamte Notfall- und Behandlungsspektrum der Urologie für die Region abdecken. Dass auch die Kinderurologie angeboten werden könne, sei in Ergänzung zur Etablierung der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin vor gut zwei Jahren ein weiterer wichtiger Mosaikstein des Versorgungsspektrums auf dem Schafsberg. „Diese konzentriert gebündelte urologische Expertise ist ein elementarer Schritt für die zukunftsorientierte Weiterentwicklung unserer Klinik. Wir freuen uns als Verwaltungsrat, eine solch wichtige Entscheidung auf den Weg gebracht zu haben“, konstatierte Richard.

Laudator Prof. Dr. Ralf Bickeböller untermauerte die Entscheidung des Verwaltungsrates, indem er den Fokus auf  zentrale Eckdaten des beruflichen Werdegangs PD Dr. Wedels richtete. Unter Professor D. Jonas habe er am Universitätsklinikum Frankfurt das gesamte operative Spektrum der Urologie einschließlich der Nierentransplantation erlernt und später die Zusatzbezeichnung Medikamentöse Tumortherapie erworben: „In der heutigen Zeit der immer komplexer werdenden Therapieansätze in der Uroonkologie eine wertvolle Qualifikation“, so Bickeböller. Über seine wissenschaftliche Tätigkeit hinaus habe sich Dr. Wedel intensiv bei der Entwicklung und Zertifizierung des universitären Prostatakarzinom-Zentrums und des universitären Zentrums für Tumorerkrankungen Frankfurt (UCT) eingebracht, dies zudem federführend als Sprecher des UCTs für die urogenitalen Tumorentitäten.

Aus aktuellem Anlass verflocht Prof. Dr. Bickeböller den Lebenslauf Dr. Wedels mit entscheidenden Meilensteinen der Medizinethik der jüngeren Geschichte. Der Gesetzentwurf zur geplanten Bereitstellung von Routinedaten der Patienten in Kliniken und Praxen zur weiteren Auswertung im Rahmen wissenschaftlicher Forschungsvorhaben veranlasste Bickeböller, die 1964 verabschiedete Deklaration von Helsinki in Erinnerung zu rufen, welche die ethischen Grundsätze für die medizinische Forschung am Menschen beinhaltet. Spätestens in seiner Zeit als wissenschaftlicher Assistent unter Prof. Jonas habe sich auch Dr. Wedel mit den praktischen Konsequenzen der ethischen Grundsätze der Forschung am Menschen auseinandersetzen müssen. 
Frei nach Karl Popper – keine Praxis ohne den Horizont der Theorie und umgekehrt - schlage das ganze Herz des wissenschaftlich geschulten Urologen immer für die klinisch praktische Urologie: „Die theoretisch wissenschaftliche Herzseite kann bei Urologen nur schlagen, wenn die praktisch handwerkliche in einem guten kräftigen Rhythmus pumpt“, so Bickeböller. So habe Wedel in seiner Zeit am St. Antonius Klinikum Kleve am Niederrhein den Horizont der Theorie weiter entwickelt und insbesondere für große uroonkologische Operationen vervollkommnet. Die Liebe und Hingabe an die Patientenversorgung in allen Aspekten der praktischen Urologie hätten ihn wohl auch bewogen, das Wagnis am St. Vincenz Limburg einzugehen – eine „herausfordernde und lohnende Aufgabe“, wozu der Weggefährte aus Frankfurter Zeiten PD Dr. Wedel die Unterstützung aller Verantwortlichen des St. Vincenz wünschte. Nicht ohne auch zum Abschluss erneut den Bogen zur Forschung, zur Deklaration von Helsinki als elementarer Basis der Bestimmungen der Good Clinical Practice und der Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis zu schlagen: Wissenschaftliche Forschung sei  ausdrücklich keine Aufgabe der Krankenkassen. Es dürfe  keine Routineweiterleitung von Routinedaten an Forschungsdatenbanken geben und seien sie auch noch so anonymisiert. Es dürfe nicht der Widerspruch sondern nur die informierte Einwilligung gelten: „So wichtig, hoch und hehr der Zweck der Forschung sein möge, all das begründet nicht, das Prinzip der informierten Zustimmung, dessen Schutz u.a. durch die Voten der Ethikkommissionen sichergestellt werden soll, aufzugeben!“