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Limburger Pathologe erneut ausgezeichnet: Prof. Dr. Martin Anlauf wird mit Glorinet-Preis geehrt

Prof. Dr. Anlauf (Mitte) freut sich über den Glorinet-Preis, der ihm von Irmgard Baßler (1. Vorsitzende des Netzwerks Neuroendokrine Tumoren e. V.) und Prof. Dr. Ibrahim Alkatout (Oberarzt am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein) überreicht wurde.

Das Netzwerk Neuroendokrine Tumoren e. V. (NeT) – eine der europaweit größten Selbsthilfeorganisation für Menschen mit der Diagnose „Neuroendokrine Neoplasie (NEN)“ – hat den Limburger Pathologen Prof. Dr. Anlauf mit dem Glorinet-Preis geehrt. Die Preisverleihung fand im Rahmen des 16. überregionalen Neuroendokrinen Tumor-Tages Ende September in Wetzlar statt, den rund 250 klinische Kollegen und Pflegekräfte wie auch Betroffene und ihre Angehörigen besuchten. Mit dem Glorinet-Preis werden Persönlichkeiten geehrt, die sich in herausragender Weise für Patienten mit der Diagnose „NEN“ engagieren. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich eine sehr spezielle Tumorform, die vor allem den Magen-Darm-Bereich und die Lunge betrifft, jedoch auch in sämtlichen weiteren Organsystemen auftreten kann. Noch vor knapp zehn Jahren wurden ca. 90 Prozent aller neuroendokrinen Tumoren unterdiagnostiziert. Dank der Verdienste einzelner engagierter Ärzte und Forscher hat die Klassifikation, Prognose und Therapie solcher Tumoren in den letzten Jahren jedoch große Fortschritte gemacht.

Prof. Dr. Anlauf konnte bislang zum einen als Mitherausgeber zahlreicher wissenschaftlicher Beiträge zur NEN- Diagnostik und -Therapie wichtige Aufklärungsarbeit im Dienste der Patienten leisten. Unter anderem war er in  seiner Funktion als Advisory Board Mitglied der Europäischen Gesellschaft für NET Mitherausgeber der internationalen Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von NET. Darüber hinaus ist er Mitglied der S2-Leitlinienkommission NET der Deutschen Gesellschaft für Verdauungskrankheiten. Zum anderen engagiert sich der Limburger Pathologe seit vielen Jahren aktiv im bundesweiten Netzwerk Neuroendokrine Tumoren und arbeitet dort mit anderen Ärzten, Pflegekräften, Angehörigen und Patienten zusammen, um Betroffenen nach der Diagnose zur Seite zu stehen.

Als wissenschaftlicher Leiter des 16. überregionalen Neuroendokrinen Tumor-Tages in der Stadthalle Wetzlar konnte sich Prof. Dr. Anlauf an diesem Wochenende nicht nur über seine Auszeichnung mit dem Glorinet-Preis freuen, sondern auch über eine gelungene Veranstaltung: Für die hervorragende Resonanz des Patiententages sorgten hochkarätige Referenten aus den Exzellenzzentren Marburg und Mainz sowie den Schwerpunktzentren an den Universitäten Köln, Frankfurt und Saarbrücken, die ein breit gefächertes Programm mit informativen Fachvorträgen und praxisnahen Workshops vorbereitet hatten. Ziel des Tumor-Tages war es, Patienten sowie deren Angehörigen mit Rat und Tat bei der Bewältigung der Erkrankung an einem neuroendokrinen Tumor zur Seite zu stehen.

Der in Diez lebende Pathologe kann auf eine Vielzahl an Preisen und Auszeichnungen zurückblicken: Unter anderem wurde er für seine wissenschaftlichen Arbeiten mit dem Rudolf Virchow Preis der Deutschen Gesellschaft für Pathologie sowie von der Europäischen Gesellschaft für Pathologie und der US-Kanadischen Akademie geehrt. Die Auszeichnung des Netzwerks Neuroendokrine Tumoren ist für ihn jedoch etwas ganz Besonderes: Skurrilerweise wurde diesmal ein Pathologe ausgezeichnet, was eine echte Rarität ist, da wir normalerweise mit den Patienten selbst kaum in Kontakt kommen“.  

Prof. Dr. Anlauf leitet gemeinsam mit sechs Kolleginnen und Kollegen das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) für Pathologie, Zytologie und Molekularpathologie, welches dem St. Vincenz-Krankenhaus als eigenständiges Institut angegliedert ist und eng mit dem onkologischen Schwerpunkt kooperiert. Das Team betreut Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte sowohl aus der Region als auch aus benachbarten Kreisen und besteht aus insgesamt 15 Ärzten, die gemeinsam mit drei weiteren Instituten für Pathologie und Dermatologie innerhalb des mittelhessischen Netzwerks Pathologie eng zusammenarbeiten.