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Angebot der regionalen Versorgung älterer Menschen komplett: St. Vincenz eröffnet im Krankenhaus Diez Geriatrie zum 01.10.2017

Der Bedarf ist gewaltig: In einer immer älter werdenden Gesellschaft und mit stetig steigender Lebenserwartung der Menschen sind Konzepte zur Altersmedizin mehr als ein Gebot der Stunde. So war es nur folgerichtig, dass sich auch die Krankenhausgesellschaft St. Vincenz des Themas annimmt: Ab Oktober wird am St. Vincenz-Krankenhaus Diez eine Geriatrie, also Medizin für ältere Menschen, etabliert. Patienten mit geriatrischen rehabilitativen Folgebehandlungen nach Akutbehandlungen (z. B. Muskel/Skelet, Viszeral- und gefäßchirurgische Eingriffe, schwere internistische Erkrankung wie Herzinfarkt oder Pankreatitis) können so in Diez zügig wohnortnah weiterbehandelt werden. Ein Bedarf, der bisher durch andere Geriatrien im Umfeld nicht abgedeckt ist: Innerhalb einer Entfernung von 30 - 40 Minuten rund um Diez werden insgesamt sieben geriatrische Einrichtungen zur Behandlung vollstationärer geriatrischer Fälle betrieben. Die Entfernungen zeigen, dass der Standort Diez geographisch geeignet eine Lücke schließt.

Der neue Sektionsleiter der Geriatrie Diez, Dott. Rüdiger Suckau, mit Geschäftsführer Guido Wernert.

Im Vorfeld ist gründliche Organisation das A und O, damit der Start im Oktober erfolgreich sein kann: vom Kennenlernen über Detailfragen bis hin zur Festlegung von Verantwortlichkeiten – vieles muss bedacht werden, damit die Arbeitsabläufe für die geriatrischen Patienten harmonisch ineinandergreifen können.

Wichtige Partner in Diez: Sascha Groß, Experte in Sachen Technik im Diezer Krankenhaus, Thorben Müller von der im Diezer St. Vincenz angesiedelten Aar-Lahn-Praxis und Dott. Rüdiger Suckau.

Leiter der neuen Sektion Geriatrie unter dem Dach des Zentrums für Innere Medizin wird Dott.* Rüdiger Suckau. Der Facharzt für Innere Medizin und Geriater war zuletzt Oberarzt der Akutgeriatrie der MTK-Kliniken Bad Soden/Hofheim. Zuvor war der gebürtige Koblenzer Chefarzt der Geriatrischen Rehabilitation des Reha-Zentrums Gernsbach und Funktionsoberarzt sowie Oberarzt in der Geriatrischen Fachabteilung des Otto-Fricke-Krankenhauses Bad Schwalbach.
Neben der konservativen Diagnostik und Therapie der Inneren Medizin setzt die Geriatrie weitere wichtige Bausteine ein: die Behandlung im multiprofessionellen therapeutischen Team mit u.a. spezialisierter Pflege, Physiotherapie, Ergotherapie, Sozialarbeit und Logopädie wie auch der Seelsorge. Oberstes Ziel ist nicht nur die Überwindung der aktuellen Krankheit, sondern nach Möglichkeit die bestmögliche Wiederherstellung der Mobilität und Selbstständigkeit als Voraussetzung zur Rückkehr in die eigenen vier Wände. Dieses Ziel kann nur durch einen integrativen Ansatz erreicht werden, sprich: durch eine Behandlung in einem gut abgestimmten, interdisziplinären therapeutischen Team. „Wir sehen den geriatrischen Patienten nicht nur mit seiner Krankheit. Wir wollen wissen, welche Auswirkungen diese Krankheit konkret auf das Leben und Wohnen des Patienten hat“, so Dott. Suckau. In diesem Kontext nehmen insbesondere auch die Angehörigen einen wichtigen Stellenwert ein: „Zusätzlich zu den Aussagen der Patienten selbst können diese uns viele wichtige Informationen geben über die Lebenssituation vor dem stationären Aufenthalt oder über das Wohnumfeld“, so Suckau. Daher werden wir die Angehörigen eng in sämtliche Entscheidungen einbeziehen und bei Bedarf im Umgang mit den alten Menschen beraten und schulen.
Vielfach sind geriatrische Patienten aufgrund ihres Alters bereits mehrfach erkrankt und bedürfen nach Stürzen oder Schlaganfällen einer speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmten, eben geriatrischen Behandlung. Ziel ist vor allem, die Selbständigkeit der Patienten im Alltag möglichst lange zu erhalten und Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. Daher hat auch die Frührehabilitation entscheidenden Anteil der Therapie. Zentrale Vorgabe ist in jedem Fall, dass die Patienten nach einem ganzheitlichen Konzept behandelt werden: „Wir betrachten jeden Patienten sehr individuell. Das heißt wir sehen nicht nur das akute Krankheitsbild, sondern wir berücksichtigen die Gesamtpersönlichkeit mit ihren motorischen und kognitiven Fähigkeiten ebenso wie auch die psychosoziale Situation“, beschreibt Dott.* Rüdiger Suckau sein Konzept. Die Abteilung für Geriatrie in Diez startet mit 15 Betten und ist im vierten  Stock des Krankenhauses Diez untergebracht.

* Dott. Ist die Bezeichnung des italienischen akademischen Grads Dottore.

++++ Geriatrie – Hintergrund ++++

 Auf die Altersmedizin rollt ein Tsunami zu, sagt Professor John Morley von der Saint Louis University in seiner Keynote zum Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) in Frankfurt am Main. Eine begrenzte Anzahl von Geriatern müsse in Zukunft immer mehr ältere Patienten mit ihren spezifischen Bedürfnissen adäquat versorgen: „Wie soll das gut funktionieren?“, fragt Morley, der sich mit dieser Herausforderung intensiv auseinander gesetzt hat und im September in Frankfurt darüber sprechen wird, wie diese Mammutaufgabe bewältigt werden kann.
Morleys Statement macht überdeutlich, welche Errungenschaft die Etablierung einer Geriatrie im St. Vincenz-Krankenhaus Diez für die Menschen der Region ist. „Ein Qualitätssprung in der Versorgung älterer Menschen“, freut sich Guido Wernert, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz über diese erfolgreiche Weichenstellung für das Diezer Haus, von dem natürlich auch die Menschen in Limburg und Umgebung profitieren werden. In Diez wird die Geriatrie als eigenständiger Schwerpunkt unter dem Dach des Zentrums für Innere Medizin geführt werden. So können die bewährten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten der Inneren Medizin verstärkt genutzt und zugleich um die speziellen Therapieformen der Altersmedizin ergänzt werden. „Wir wollen und müssen helfen, so wie wir erwarten, dass uns eines Tages geholfen wird,“ erläutert Wernert die Philosophie der Trägergesellschaft, die sich insbesondere einer breit aufgestellten, nachhaltigen und differenzierten medizinischen und pflegerischen Versorgung der Region verschrieben hat.